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Sassnitz
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Die Stadt Sassnitz (bis zum 2. Februar 1993 SaĂnitz) ist ein staatlich anerkannter Erholungsort an der Ostsee. Sie liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel RĂźgen und gehĂśrt zum Landkreis Vorpommern-RĂźgen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).
Ăber viele Jahrhunderte war es vor allem ein kleiner Fischerort, um 1890 kamen ein grĂśĂerer Hafen und der Eisenbahnanschluss hinzu. Die als KĂśnigslinie (schwedisch Kungslinjen) bezeichnete frĂźhere Eisenbahnfährverbindung zwischen Sassnitz und Trelleborg war die kĂźrzeste direkte Fährverbindung zwischen Deutschland und Schweden. Sassnitz wurde zum gefragten Fährort und Seebad. Der Ort erhielt erst 1957 Stadtrecht und ist damit die zweitjĂźngste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern sowie nach dem Hauptort Bergen auf RĂźgen die zweitgrĂśĂte auf RĂźgen.
Sassnitz erhielt 2012 den UNESCO-Weltnaturerbe-Titel fßr die reichhaltigen Buchenurwälder im Nationalpark Jasmund. NordÜstlich an die Kernstadt angrenzend beginnt die Kreidekßste. Zudem ist Sassnitz fßr seine Bäderarchitektur im Kurviertel sowie fßr den Fährhafen Sassnitz im sßdlichen Ortsteil Mukran bekannt.
Contents
⢠Geographie
⢠Lage
⢠Stadtgliederung
⢠Geschichte
⢠19. Jahrhundert
⢠BevÜlkerung
⢠Politik
⢠Stadtvertretung
⢠Bßrgermeister
⢠Bauwerke
⢠Natur
⢠Kultur
⢠Verkehr
⢠Bildung
⢠Sport
⢠Sagen
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geographie
Lage
Das Stadtgebiet von Sassnitz erstreckt sich im Nordosten der Insel RĂźgen, im Ăśstlichen Teil der Halbinsel Jasmund bis zur Schmalen Heide im SĂźden. GroĂe Teile des Stadtgebiets bedecken verschiedene Waldformen mit ihren typischen Lebensräumen. Eine Besonderheit ist der Wald an den KĂźstenhängen. Hier gibt es seltene GehĂślze wie Wildbirne, Wildapfel und Eiben. Die Stadt liegt am KĂźstenhang am SĂźdende der Stubnitz, einem siebeneinhalb Kilometer langen und bis zu vier Kilometer breiten Buchenwald. Die verbleibenden Flächen sind Moore, Strand, Wiesen, Weiden sowie Siedlungsbereiche. Im SĂźden des Stadtgebietes bei Mukran befinden sich die Wostevitzer Teiche, eine unter Naturschutz stehende sumpfige Senke. Durch das bebaute Stadtgebiet flieĂt der Steinbach.
Fßr ihre Region bildet die Stadt Sassnitz ein Grundzentrum, mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums (u. a. durch den Fährhafen mit internationalen Verbindungen).cite-ref-2[2]
Stadtgliederung
Geschichte
FrĂźhgeschichte und Mittelalter
Der Name Sassnitz geht vermutlich auf ein slawisches Wort zurĂźck, das Kiefer bedeutetcite-ref-4[4] (heute polnisch sosna, russisch und ukrainisch ŃĐžŃна). Die Gegend um Sassnitz ist eine alte Ansiedlung seit dem Neolithikum und der Bronzezeit. Zahlreiche GroĂstein- und HĂźgelgräber belegen dies. Die nĂśrdlich der Stadt gelegenen Burgwälle am âHengstâ und der Buddenhagener âSchloĂbergâ verweisen wie viele andere archäologische Funde auf die Besiedlung in der Slawenzeit.
19. Jahrhundert
Erst 1906 wurden das Bauern- und FischerdĂśrfchen Crampas und das Fischerdorf SaĂnitz zur Gemeinde SaĂnitz zusammengefĂźhrt. Die Fischerei war (und ist) bedeutsam. Der Wunsch vieler städtischer BĂźrger nach Erholung an der See fĂźhrte Ende des 19. Jahrhunderts zu einer raschen und starken Belebung an den KĂźsten der Ost- und Nordsee, so auch auf RĂźgen. Schon 1824 reiste die Familie des Berliner Theologen Friedrich Schleiermacher zu einem Badeaufenthalt nach SaĂnitz.
Theodor Fontane benannte in seinem Buch Effi Briest den Liebhaber Major von Crampas nach dem Fischerdorf auf RĂźgen, schrieb Ăźber den Herthasee mit seinen wendischen Opfersteinen und lieĂ im Buch den Ausspruch tätigen: âNach RĂźgen reisen heiĂt nach SaĂnitz reisen.âcite-ref-5[5] Johannes Brahms und Kaiser Wilhelm waren weitere illustre Besucher.
1871 wurde die StraĂe nach SaĂnitz ausgebaut, 1891 wurde der Ort von Bergen aus an das Eisenbahnnetz angeschlossen, ab 1878 gab es eine Schiffsverbindung nach Stettin, von 1887 bis 1896 modernisierte Adolph von Hansemann die Stadt auf eigene Kosten, unter anderem lieĂ er den Fischereihafen anlegen. Mit dem Hafenausbau 1889 unterhielt SaĂnitz Seeverbindungen nach Rønne (Bornholm), Trelleborg und Memel. Mit dem Seitenraddampfer Freia wurde 1897 die neue Postdampferlinie SaĂnitzâTrelleborg erĂśffnet.cite-ref-6[6] Die neuen Verbindungen lieĂen den Ort schnell wachsen. Die Kreideindustrie wurde ausgebaut, Fische und Fischprodukte bestimmten das Arbeitsleben und der Tourismus wuchs, wobei sich andere Orte mit Stränden besser entwickelten.
20. und 21. Jahrhundert
Anfang des 20. Jahrhunderts entstand die Strandpromenade mit einer SeebrĂźcke.cite-ref-7[7] Die typische Bäderarchitektur mit Pensionen und Hotels prägte das Erscheinungsbild des Ortes in dieser Zeit. 1905 zählte man rund 22.000 Kurgäste.cite-ref-meyers-8-0[8] Nach Aufnahme der Fähr- und Postdampferlinien wurde SaĂnitz ein Beamtenort mit den entsprechenden neuen Wohnhäusern.
1935/1936 entstand eine Schulungsburg der NSDAP, die von der Deutschen Arbeitsfront genutzt wurde. Ihr Architekt war Julius Schulte-Frohlinde. Im Zweiten Weltkrieg wurde daraus ein Lazarett, nach 1945 war das Krankenhaus SaĂnitz darin untergebracht, der Abriss erfolgte 1996.
Vom FrĂźhjahr 1945 bis zum Kriegsende im Mai 1945 existierte in SaĂnitz ein AuĂenlager des KZ RavensbrĂźck. Die nur rund 20 Quadratmeter groĂe, eingezäunte und bewachte KZ-Baracke befand sich am Ende des ehemaligen Wedding-Parks nahe dem heutigen Karl-Liebknecht-Ring. Die Häftlinge, die mehrheitlich den Zeugen Jehovas angehĂśrten, wurden als Handwerker dem Forschungsinstitut der Reichs-Arbeits-Gemeinschaft fĂźr Verwertung der Meeresalgen fĂźr Volksgesundheit und gegen Mangelkrankheiten zugewiesen. Kommandant des AuĂenlagers war der emeritierte Professor, Maler und Bildhauer SS-OberfĂźhrer Arnold Waldschmidt unter Leitung des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.cite-ref-9[9] Heute erinnern mehrere Stolpersteine in der Stadt an die Häftlinge.
Ab Ende Februar 1945 wurde SaĂnitz fĂźr FlĂźchtlinge aus dem Osten zunehmend zum Ausweichhafen fĂźr das Ăźberlastete SwinemĂźnde. In der Nacht vom 6. auf den 7. März 1945 erfolgte auf die Stadt und die im Hafen und auf Reede liegenden Schiffe ein britischer Bombenangriff mit 191 Lancaster-Bombern. Dabei wurden 17 Fahrzeuge versenkt, darunter das im Fährbett liegende Lazarettschiff Robert MĂśhring (353 Tote) und auf der Reede der ZerstĂśrer Z 28 (150 Tote). Insgesamt starben bei dem 20-minĂźtigen Angriff etwa 1200 Menschen. Es wurden 537 Wohnungen zerstĂśrt, die Ost-Mole sowie Kaianlagen schwer beschädigt.cite-ref-a-z-10-0[10]
1949 wurde der VEB Fischkombinat SaĂnitz am Hafen errichtet und beschäftigte bis zu 2200 Arbeiter. Der VEB Fischwerk SaĂnitz mit dem Betriebsteil Lauterbach wurde zum zweitgrĂśĂten NahrungsgĂźterwerk der DDR. 1977 wurden 150.000 Tonnen Fischkonserven, 3000 Tonnen Präserven und 500 Tonnen Räucherwaren hergestellt.cite-ref-a-z-10-1[10] Zwischen SaĂnitz und Dargast bestand zu DDR-Zeiten das Pionierlager âPablo Nerudaâ fĂźr die Kinder von VEB-BetriebsangehĂśrigen.
1957 erhielt SaĂnitz das Stadtrecht. Die Fischindustrie wurde ausgebaut; die Pensionshäuser jedoch verfielen zunehmend, weil die Urlauber die Sandstrände im SĂźden und Norden der Insel vorzogen.
Um 1977 hatte die Fischfangflotte von SaĂnitz 48 26,5-m-Kutter, 15 Frosttrawler und zwei KĂźhl- und Transportschiffe. Sie landete jährlich Ăźber 60.000 Tonnen Fisch an.cite-ref-a-z-10-2[10]
1984 entstand in Mukran ein neuer Hafen fĂźr den Eisenbahnfährverkehr zwischen der DDR und der Sowjetunion. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde der Fährhafen SaĂnitz fĂźr die Verbindungen in den gesamten Ostseeraum umstrukturiert.
Ab 1991 wurde der historische Stadtkern im Rahmen der StädtebaufÜrderung grundlegend saniert. Die Häuser der Bäderarchitektur wurden renoviert und weitgehend einheitlich in weià gehalten. Der Altstadthafen wurde ab 2000 in die städtebauliche Stadtsanierung einbezogen.
2007 wurde eine 274 m lange HängebrĂźcke fĂźr FuĂgänger eingeweiht, die das Stadtzentrum zwischen Bahnhof, RĂźgen-Galerie, Kurhotel und HauptstraĂe mit dem Sassnitzer Hafen verbindet.
Von 1952 bis 1955 gehĂśrte SaĂnitz zum Kreis Bergen im neu gegrĂźndeten DDR-Bezirk Rostock. Der Kreis Bergen wurde am 1. Januar 1956 mit dem Kreis Putbus zum Kreis RĂźgen vereinigt. Zu diesem Kreis im Bezirk Rostock gehĂśrte SaĂnitz von 1956 bis 1990 bis 2011 zum Landkreis RĂźgen im Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt die Stadt im Landkreis Vorpommern-RĂźgen.
Im August 2020 forderten Ted Cruz, Tom Cotton und Ron Johnson, drei Kongressabgeordnete des US-Senats, Frank Kracht, den BĂźrgermeister von Sassnitz, auf, die UnterstĂźtzung der Ăśffentlichen Hafengesellschaft von Sassnitz fĂźr das Projekt Nord Stream 2 zu beenden, und drohten, dass die USA andernfalls rechtliche und wirtschaftliche Sanktionen gegen ihn und zwei weitere Beteiligte verhängen wĂźrden. Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, nannte den Brief einen Erpressungsversuch; JĂźrgen Trittin bezeichnete ihn als wirtschaftliche Kriegserklärung.cite-ref-11[11]cite-ref-showdown-12-0[12] Seither bekräftigte auch die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Zustimmung zum Projekt: âDie Pipeline sei genehmigt und bleibe genehmigt.â Sie wolle sich mit Hochdruck dafĂźr einsetzten, Sanktionen abzuwenden.cite-ref-13[13]
Aufgrund des russischen Ăberfalls auf die Ukraine am 24. Februar 2022 wurde die Zertifizierung und Inbetriebnahme ausgesetzt. Durch einen Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines im September 2022 wurden beide Nord Stream 1 und Nord Stream 2 schwer beschädigt. Als Alternative entstand 2023/2024 das LNG-Terminal Mukran, das Ăźber eine etwa 50 Kilometer lange Ostsee-Anbindungs-Leitung (OAL) an das landseitige Gasfernleitungsnetz nahe dem Industriehafen Lubmin angebunden wurde.
BevĂślkerung
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 0 108 | [ 14 ] |
| 1867 | 0 235 | am 3. Dezember, davon 57 im Bauerndorf (Alt-)SaĂnitz und 178 im Badeort SaĂnitz [ 15 ] |
| 1871 | 0 222 | am 1. Dezember, davon 51 im Bauerndorf (sämtlich Evangelische) und 171 im Badeort (170 Evangelische, ein Katholik) [ 15 ] |
| 1885 | 0 332 | [ 16 ] |
| 1905 | 1842 | evangelische Einwohner, 22.000 Kurgäste [ 8 ] |
| 1925 | 3987 | [ 16 ] |
| 1933 | 4899 | [ 16 ] |
| 1939 | 7826 | [ 16 ] |
ab 1990: Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahrescite-ref-17[17]
Mit dem Aufschwung als Seebad sowie als Fischerei- und Fährhafen wuchs die Einwohnerzahl bis in die 1980er Jahre stetig. Seit 1990 nahm sie wieder deutlich ab.
Politik
Stadtvertretung
Wahl zur Stadtvertretung 2024
Wahlbeteiligung: 53,0 % (2019: 48,6 %)
%
30
20
10
0
23,9 %
19,6 %
15,3 %
12,7 %
9,1 %
5,9 %
4,6 %
2,8 %
2,4 %
BfS
AfD
SPD
CDU
AFW
Linke
FDP
BkW
AZS
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
%p
25
20
15
10
5
0
â5
â10
â15
+23,9
%p
+5,2
%p
â0,2
%p
â5,3
%p
â1,7
%p
â14,0
%p
â1,6
%p
+2,8
%p
+2,4
%p
BfS
AfD
SPD
CDU
AFW
Linke
FDP
BkW
AZS
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Neues Ergebnis nicht 100%Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%
Die Stadtvertretung von Sassnitz besteht aus 21 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 fĂźhrte bei einer Wahlbeteiligung von 53,0 % zu folgendem Ergebnis:cite-ref-18[18]
| Partei / Wählergruppe | Stimmenanteil 2019 [ 19 ] | Sitze 2019 | | Stimmenanteil 2024 | Sitze 2024 |
|---|---|---|---|---|---|
| BĂźrger fĂźr Sassnitz (BfS) | â | â | | 23,9 % | 5 |
| AfD | 14,4 % | 3 | | 19,6 % | 4 |
| SPD | 15,5 % | 3 | | 15,3 % | 3 |
| CDU | 18,0 % | 4 | | 12,7 % | 3 |
| Alternative Freie Wählergemeinschaft (AFW) | 10,8 % | 2 | | 0 9,1 % | 2 |
| Die Linke | 19,9 % | 4 | | 0 5,9 % | 1 |
| FDP | 0 6,2 % | 1 | | 0 4,6 % | 1 |
| BĂźrger fĂźr konservative Werte (BkW) | â | â | | 0 2,8 % | 1 |
| Aufbruch Zukunft Sassnitz (AZS) | â | â | | 0 2,4 % | 1 |
| Seniorenwählergemeinschaft (SWG) | 0 2,4 % | 1 | | 0 1,8 % | â |
| Einzelbewerber Ronny Przedpelski | â | â | | 0 1,6 % | â |
| Einzelbewerber Louis Kollwitz | â | â | | 0 0,4 % | â |
| BĂźrger fĂźr Vorpommern-RĂźgen (BVR) | 0 8,8 % | 2 | | â | â |
| Einzelbewerber Falko Gärtig | 0 2,0 % | 1 | | â | â |
| Einzelbewerber Udo KrĂźger | 0 1,8 % | â | | â | â |
| Insgesamt | 100 % | 21 | | 100 % | 21 |
BĂźrgermeister
⢠1994â2015: Dieter Holtz (Die Linke)cite-ref-20[20]
⢠2015â2022: Frank Kracht
⢠ab 2022: Leon Kräusche
Kracht wurde am 20. September 2015 mit 52,6 % der gßltigen Stimmen gewählt.cite-ref-21[21]
Wappen, Flagge und Dienstsiegel
Die Stadt Sassnitz fĂźhrt ein Wappen, eine Flagge und ein Dienstsiegel. Das Wappen wurde angenommen 1959 durch die Stadtverordnetenversammlung SaĂnitz, so der damalige Stadtname, bestätigt durch Beschluss der Stadtvertretung Sassnitz vom 1. November 1994 und unter Nr. 17 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingetragen. Die Flagge wurde genehmigt durch den Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern am 9. Juli 1997.
Wappen
âDas Wappen zeigt in Blau einen rot-silbern geteilten Leuchtturm mit silbernen Lichtstrahlen, der aus einer LĂźcke in der oberen Reihe einer roten, silbern eingefassten Ziegelmauer hervorkommt.âcite-ref-hauptsatzung-1-3-1[3]
Flagge
âDie Stadtflagge zeigt in drei Längsstreifen die Farben Blau-WeiĂ-Blau. Die blauen Streifen nehmen je zwei Neuntel der FlaggenhĂśhe ein. Der weiĂe Streifen nimmt fĂźnf Neuntel der HĂśhe ein und ist in der Mitte mit dem Stadtwappen belegt. Die HĂśhe des Wappenschildes verhält sich zur HĂśhe des Flaggentuchs wie 4 zu 9. HĂśhe und Länge des Flaggentuchsverhalten sich zueinander wie 3 zu 5.âcite-ref-hauptsatzung-1-3-2[3]
Dienstsiegel
Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen und die Umschrift âSTADT SASSNITZ ⢠LANDKREIS VORPOMMERN-RĂGENâ.cite-ref-hauptsatzung-1-3-3[3]
Städtepartnerschaften
⢠Deutschland Cuxhaven, Deutschland seit 1990
⢠Schweden Trelleborg, Schweden, seit 1992
⢠Russland Kingissepp, Russland, seit 2003
⢠China Volksrepublik Huaiâan, Volksrepublik China, seit 2007
SehenswĂźrdigkeiten und Kultur (Auswahl)
Bauwerke
Siehe auch
:
Liste der Baudenkmale in Sassnitz
⢠Altstadt mit dem blau-weiĂen ältesten Haus von Sassnitz in der KarlstraĂe. Sehenswert sind auch das Haus Seerose (RingstraĂe 7) und die Villa Hertha.
⢠Evangelische St.-Johannis-Kirche, auf einer AnhĂśhe zwischen Sassnitz und Crampas an der StubbenkammerstraĂe, 1880 nach Plänen von Stadtbaurat Adolf Gerstenberg (Berlin) begonnen, 1883 eingeweiht.cite-ref-24[24]
⢠Rathaus Sassnitz nach Plänen von Gustav Bähr (Berlin), 1910 als Warmbad und Gemeindehaus fßr die Bßrger erÜffnet. Am Hauptportal erinnert eine pittoreske Glasbemalung an die frßhere Funktion.
⢠Ehemaliges Postamt von 1897, heute Stadtbibliothek und -Archiv.
⢠AuĂenmole mit einer Länge von 1450 m, Baubeginn 1889, Fertigstellung 1912.cite-ref-25[25]
⢠Molenfeuer auf der Ostmole, 1904 errichtet, 1937 durch den derzeitigen grĂźn-weiĂen Leuchtturm ersetzt. Der Ăźber 12 Meter hohe Leuchtturm ist ein ausgewiesenes Baudenkmal und verfĂźgt Ăźber eine achteckige Stahlturmkonstruktion mit auskragendem, umlaufenden Balkon am Laternenhaus.
⢠Seelotsenstation in der HafenstraĂe oberhalb des Hafens, 1895 im Rahmen des Hafenausbaus fertiggestellt, diente als Wohngebäude fĂźr den Hafenmeister und als Unterkunft fĂźr die Seelotsen,cite-ref-26[26] 2004 restauriert.
⢠HängebrĂźcke, 274 m lang, 2007 fertiggestellt, FuĂgängerverbindung zwischen Stadtzentrum und Hafen, Konstruktion nach Plänen von Schlaich, Bergemann und Partner (Stuttgart), mit dem Deutschen BrĂźckenbaupreis 2010 ausgezeichnet.
⢠Glasbahnhof und Fähranleger im Hafen von Sassnitz, mit ßber 100-jähriger Tradition des Fährverkehrs nach Schweden bzw. Nordeuropa.
⢠Seniorenzentrum der AWO von 2005 am Rande des Dwasiedener Waldes, bestehend aus Pflegeheim und Servicewohnanlage mit alten- und behindertengerechten Wohnungen. In Zusammenarbeit mit Kßnstlern entstand ein Sinnesgarten mit gesichertem Rundweg fßr Demenzkranke.
⢠Schloss Dwasieden inmitten eines Parks im Dwasiedener Wald. Die Ruinen lassen die wechselvolle Geschichte dieses einst imposanten Gebäudes erahnen. Der Aachener GroĂbankier Adolph von Hansemann erwarb den Besitz Mitte des 19. Jahrhunderts von Baron Eduard von Barnekow. Das Herrenhaus wurde zwischen 1873 und 1877 nach einem Entwurf von Friedrich Hitzig im italienischen Neorenaissance-Stil erbaut, 1948 gesprengt, die eingeschossigen Teile der SeitenflĂźgel blieben erhalten.
⢠Hßgelgrab im Dwasiedener Wald
⢠Kur-Muschel am Üstlichen Ende der Kurpromenade vorbei an der Seebrßcke, seit 2025 wieder teilweise begehbar.
Geschichtsdenkmale
⢠Ehrenmal fßr die antifaschistischen Widerstandskämpfer vom Bildhauer Reinhard Schmidt von 1973 im Park gegenßber dem Rathaus
⢠Ehrengrab mit Gedenkstein fĂźr den sozialdemokratischen Seemann Hermann Bebert, der als Kriegsdienstverweigerer 1945 hingerichtet wurde, auf dem Waldfriedhof. Seit 1970 trägt die Sonderschule in der StubbenkammerstraĂe Beberts Namen.
⢠Gedenkstein zu Ehren von Lenin, der sich 1917 auf dem Weg von seinem Schweizer Exil nach Russland kurzzeitig in Sassnitz aufhielt. Der Gedenkstein (siehe Lenindenkmale auf dem Territorium der ehemaligen DDR) steht auf einer kleinen Wiese auf dem Rßgenplatz und wurde 2017 restauriert.cite-ref-27[27]
Natur
⢠KĂśnigsstuhl, touristischer Hauptanziehungspunkt im Nationalpark Jasmund, Deutschlands flächenmäĂig kleinstem Nationalpark. Mit 118 m ist er der hĂśchste Kreidefelsen des Nationalparks.
⢠Granit-Findling Jastor beim Fährhafen Sassnitz-Mukran.
Kultur
⢠Nationalpark-Zentrum KÜnigsstuhl, 2004 erÜffnet, mit Aussichtsplattform, Erlebnisausstellung und Multivisionskino
⢠Tierpark Sassnitz am Rande des Nationalparks Jasmund, einziger Tiergarten der Insel Rßgen
⢠Kreidemuseum Gummanz, einziges Kreidemuseum Europas unweit von Sassnitz in der Nähe von Sagard auf dem Gelände des von 1855 bis 1962 betriebenen Kreidetagebaus, zeigt Originalgeräte sowie auf Bild- und Texttafeln die geologischen Zusammenhänge, den Kreideabbau und die Kreideverarbeitung. Im Sommer gibt es regelmäĂig eine Fundberatung fĂźr Fossiliensammler.
⢠Glasbahnhof, Teil des ehemaligen Bahnhofs Sassnitz Hafen, hat durch den Ausbau des neuen Fährhafens Sassnitz in Mukran seine ehemalige Funktion verloren. Er beheimatet heute einen Ausstellungs- und Veranstaltungssaal sowie das Museum fßr Unterwasserarchäologie. Dort finden sich einige Exponate der Bootsfunde von Ralswiek.
⢠Fischerei- und Hafenmuseum, dokumentiert die Geschichte der Fischerei RĂźgens und des alten Sassnitzer Hafens. Zu den Exponaten gehĂśrt der Fischkutter âHavelâ. Im Hafen liegen Ausflugsschiffe und Fischerboote, das britische U-Boot HMS Otus und der KĂźstenfrachtsegler âAnnemarieâ, der bis 2007 zu einem Passagierschiff umgebaut wurde.
⢠âAlaris-Schmetterlingsparkâ, seit Juli 2003 in Betrieb, beheimatet hunderte frei fliegende Schmetterlinge in tropischer Umgebung.
⢠âLichtspiele Sassnitzâ,cite-ref-28[28] Programmkino und kulturelles Kino der Insel RĂźgen. Seit 2000 werden jeden Freitag anspruchsvolle Programmkinofilme im Grundtvighaus gezeigt. Eine Dependance des Kinos ist das Cliffkulturkino in Sellin.cite-ref-29[29]
⢠âJugendprojekt E-Werkâ, GrĂźnderzentrum fĂźr Projekte und Ideen fĂźr benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene zur Schaffung von gemeinwohlorientierten Arbeitsplätzen. Aus dem 100 Jahre alten Sassnitzer E-Werk entstand ein Jugend-, Kultur-, Dienstleistungs- und Veranstaltungszentrum mit einer Eventhall und einem Bettenhaus auf Jugendherbergsniveau.
⢠Städtisches und evangelisches Begegnungszentrum, von 2000, im Gerhart-Hauptmann-Ring 50, Treffpunkt fĂźr ältere Menschen, inzwischen mit anderen Projekten zusammengewachsen wie CafĂŠ âKiek inâ, Spinnstube, âKlĂśnstubeâ des CJD Garz, âKlĂśnclubâ, KleiderbĂśrse, verschiedenen Selbsthilfegruppen, ESV Sassnitz (Kraftsport fĂźr jedermann) und kirchlichem Jugendclub âSaskiaâ.
⢠âDe Jasmunder Plattdänzerâ, Volkstanzgruppe aus Mädchen und Jungen
⢠Jugendblasorchester Sassnitz, gegrßndet 1959
⢠Volkschor Sassnitz, gegrßndet 1964
⢠Sassnitzer Karnevalsclub (SKC), gegrßndet 1975
RegelmäĂige Veranstaltungen
⢠Prunksitzung des Sassnitzer Karnevalclubs, jährlich in der Sporthalle Dwasieden.
⢠Kinderfest im Tierpark mit Ponyreiten, Musik und Unterhaltung, am nächstliegenden Sonntag des Kindertags.
⢠Mittsommerfeuer, Veranstaltung nach schwedischer Tradition, mit Gästen aus der Partnerstadt Trelleborg.
⢠HauptstraĂenfest der Stadt, Mitwirkung der Gewerbetreibenden, seit 2001 am letzten Juni-Wochenende (findet seit Jahren nicht mehr statt).
⢠Sommerkonzerte in der St.-Johannes-Kirche, regelmäĂig Juni bis September.
⢠Rßgener Hafentage, jährlich am zweiten Juli-Wochenende drei Tage lang am Stadthafen.
⢠Sassnitzer Molensoiree, lange Nacht auf der Sassnitzer Mole am ersten Samstag im August.
⢠Sommerfest im Tierpark, Ponyreiten, Musik und Unterhaltung, Mitte August (Tierpark ist geschlossen).
⢠Promenaden-Revue an der Strandpromenade und Seebrßcke, am letzten August-Wochenende
⢠Molenlauf, Ende Oktober seit 2018
⢠Adventsmarkt in der Altstadt, am ersten Advent
Wirtschaft und Infrastruktur
Unternehmen (Auswahl)
Die Wirtschaft von Sassnitz wird vom Tourismus und von der Hafenwirtschaft bestimmt.
Der Kreideabbau bei Klementelvitz unweit von Sassnitz ist ein traditioneller Industriezweig der Insel. Schon seit 1840 wird hier Kreide im Tagebau abgebaut. Sie findet nicht nur fßr die Herstellung von Gips Verwendung, sondern wird wegen ihrer hohen Qualität auch von Kraftwerken fßr ihre Filteranlagen verwendet. Die Rßgener Kreide wird fßr die Gesundheits- und Präventivmedizin angewendet im Kreide-Heilbad Sassnitz.
Die RĂźgen Fisch AG (zuvor Neue RĂźgenfisch GmbH) ist in Sassnitz ansässig. Das Unternehmen, das nach der deutschen Wiedervereinigung umfassend modernisiert wurde, ist in Sassnitz Arbeitgeber fĂźr etwa 200 Menschen und produziert ein groĂes Sortiment an Fischkonserven. Zudem hat die Cuxhavener Kutterfisch-Zentrale einen Zweigbetrieb in Sassnitz. Ăberdies ist Sassnitz Heimathafen fĂźr Schiffe der KĂźsten- und Kleinen Hochseefischerei.
Ende der 1990er Jahre gab es Ăberlegungen seitens der Meyer-Werft in Papenburg, hier eine Werft fĂźr Kreuzfahrtschiffe zu errichten. Diese war wegen der Nähe zum Nationalpark in der Kritik und wurde von dem Unternehmen nicht weiter verfolgt.
Der Fährhafen Sassnitz im Ortsteil Mukran (Mukran Port) ist der Ăśstlichste Hafen Deutschlands fĂźr die GroĂschifffahrt. Die Lage ermĂśglicht die kĂźrzesten Seeverbindungen von Deutschland nach Schweden, Dänemark (Bornholm), Finnland, Russland und ins Baltikum. Der Hafen liegt an der Prorer Wiek unmittelbar an der offenen See und ermĂśglicht so der Schifffahrt eine unkomplizierte Ansteuerung. Wassertiefen von 10 1â2 m machen den Hafen fĂźr alle im Ostseeraum agierenden Schiffsklassen zugänglich. 2013 betrug der Gesamtumschlag im Hafen Sassnitz-Mukran 3,2 Mio. Tonnen (t)cite-ref-30[30] (2012: 3,5 Mio. t, 2011: 4,9 Mio. tcite-ref-31[31])
Durch seine flexiblen Gleisanlagen hatte sich der Fährhafen Sassnitz zu einem Spezialhafen fßr den kombinierten Gßterverkehr entwickelt. Inzwischen nimmt die Nutzung ab; 2013 wurden nur noch 20.000 Gßterwagen (2012 noch 31.000 Wagen) auf der Stena-Line-Route von und nach Trelleborg umgeschlagen.cite-ref-hafenbericht-32-0[32] Auf den Linien vom und ins Baltikum sind es jährlich etwa 7400 Wagen.
Am Mukran Port sind verschiedene Industrie- und Gewerbeunternehmen angesiedelt:
⢠Bei der Euro-Baltic Fischverarbeitungs GmbH der niederländischen Betreibergesellschaft Parlevliet & Van der Plas werden jährlich Ăźber 30.000 Tonnen Hering fĂźr die Fischindustrie zu Heringslappen, Filets und TiefkĂźhlware verarbeitet.cite-ref-33[33] Einen groĂen Anteil liefern Fischer aus Sassnitz und Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Fänge zu vereinbarten Festpreisen mit eigenen Kuttern, mit angemieteten Fischtankern oder per Lkw an der Pier des modernen Fischverarbeitungszentrums anliefern. Der Rest wird aus Schleswig-Holstein, Dänemark und Schweden angeliefert.
⢠Die INVO Bauplanung GmbH aus Ribnitz-Damgarten mÜchte eine Steinfabrik fßr 36 Millionen Euro auf dem ehemaligen Bahngelände im Bereich des Fährhafens errichten, um die Standortvorteile hinsichtlich des An- und Abtransports von Granulat und der Fertigprodukte auf dem Seeweg zu nutzen.
Fßr die Lotsaufgaben im Hafen von Sassnitz und dem vorgelagerten Seegebiet sind die Seelotsen der in Warnemßnde ansässigen Lotsenbrßderschaft Wismar-Rostock-Stralsund zuständig.cite-ref-34[34]
Einen Standortvorteil hatte Mukran beim Bau der Nord-Stream-Erdgas-Pipeline von Russland nach Lubmin. Die StahlrÜhren mit einem Durchmesser von 1,4 m wurden vom Ruhrgebiet hierher transportiert. Auf dem weitläufigen Bahngelände wurde eine Fabrikation fßr die Betonummantelung und Konservierung der Rohrelemente errichtet, und die gesamten Rohre fßr beide Leitungsstränge wurden hier fertiggestellt. Nach der Zwischenlagerung auf dem Bahnhofs- und Hafengelände wurden die Rohrelemente zu den Verlegeschiffen gebracht und dort verarbeitet und abgesenkt.
Fßr die Verlegung der zwei Stränge Nord Stream 2 werden die Anlagen in Mukran zur Lagerung und Betonummantelung zahlreicher weiterer Rohre seit Ende 2016 bereits wieder genutzt.cite-ref-35[35]
Auf dem Gelände am Fährhafen Sassnitz wurde von 2013 bis Anfang 2015 fĂźr 9,8 Millionen Euro ein rund 23 Hektar groĂes Gewerbegebiet zur Neuansiedlung erschlossen. Dazu wurden auch FĂśrdermittel der EU zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur in HĂśhe von 5,5 Mio. Euro genutzt.cite-ref-36[36]
Verkehr
Sassnitz ist Endpunkt der BundesstraĂe 96 nach Stralsund. Hier beginnt auch die LandesstraĂe L 29 nach Binz und Putbus.
Der Bahnhof Sassnitz ist Endpunkt der Bahnstrecke StralsundâSassnitz. Hier und am Haltepunkt Lancken verkehren ZĂźge der Regional-Express-Linie RE9 nach Rostock.
AuĂer dem Bahnhof Sassnitz gibt es den Fährbahnhof in Mukran mit der Bezeichnung Sassnitz Fährhafen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Bahnhof Sassnitz Hafen als Fährbahnhof fĂźr die so genannte âKĂśnigslinieâ nach Schweden (Trelleborg) eingerichtet. In den 1980er Jahren wurde im Ortsteil Mukran ein neuer Fährhafen mit Breit- und Normalspur-Gleisen gebaut. Von dort gibt es Verbindungen nach Dänemark (Rønne auf Bornholm) und Sankt Petersburg (Russland). Die Route ins litauische KlaipÄda wurde am 30. September 2013 eingestellt.cite-ref-37[37]
Auf den Fähren der Stena Line nach Trelleborg (Schweden) wurden StraĂenfahrzeuge und Eisenbahnwagen befĂśrdert. Neben der noch heute bestehenden Nachtzugverbindung Berlin â MalmĂś (nur mit Liegewagen) wurden bis 2014 auch GĂźterwagen transportiert. 2013 waren es rund 20.000, 2004 noch etwa 60.000 GĂźterwagen. Die Reederei Stena Line verlagerte aufgrund dieser Entwicklung Mitte Juni 2014 den GĂźterverkehr per Eisenbahnfähre zwischen Deutschland und Schweden nach Rostock. 524.000 Passagiere nutzten 2013 die âKĂśnigslinieâ nach Trelleborg.cite-ref-hafenbericht-32-1[32] Insgesamt wurden 2013 in Sassnitz mehr als 561.000 Fährpassagiere gezählt.cite-ref-38[38]
Die Fährlinie nach Bornholm wird seit 2018 ganzjährigcite-ref-39[39] mit der Hammershus bedient, zuvor nur im Sommer.
Am 14. März 2020 wurde wegen der COVID-19-Pandemie der Fährverkehr und damit die Eisenbahn Fährverbindung auf der Route Sassnitz â Trelleborg eingestellt und nicht wieder aufgenommen, da Stena Line am 8. April 2020 bekannt gab, dass die Verbindung aufgegeben werde. Damit endet die KĂśnigslinie nach 111 Jahren.cite-ref-40[40] Seit September 2020 bestand eine neue Fährverbindung nach Schweden mit einer Katamaran-Fähre zum Zielhafen Ystad. Seit April 2023 wurde wieder Trelleborg angelaufen, so dass die Skane Jet nun die klassische KĂśnigslinie bediente. Die schnellste Ăberfahrt zwischen Deutschland und Schweden betrug knapp 2,5 Stunden. Zum 30. September 2024 wurde die Verbindung wegen Unwirtschaftlichkeit wieder eingestelltcite-ref-nordmagazin-41-0[41] und eine LĂśsung fĂźr die Zukunft gesucht.
Bildung
⢠Grundschule Ostseeblick, SchulstraĂe 5
⢠Regionale Schule, Geschwister-Scholl-StraĂe 8
⢠Allgemeine FĂśrderschule, Mukraner StraĂe 5
⢠Berufsschule RĂźgen, StraĂe der Jugend 7
⢠Kindertagesstätte âLĂźtt Mattenâ der Volkssolidarität
⢠Kindertagesstätte âKunterbuntâ der Volkssolidarität
⢠Kindertagesstätte â8. Märzâ der Evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis
Sport
Die âSG Empor Sassnitzâ ist mit etwa 700 Mitgliedern der grĂśĂte Sportverein der Insel RĂźgen. Sie umfasst die Sektionen FuĂball, Handball, Volleyball, Tennis, Tischtennis, Badminton, Leichtathletik, Judo, Kegeln, Senioren- und Kraftsport.
⢠Sportplatz Dwasieden, am Rande des Dwasiedener Waldes, mit 400 m-Aschenbahn und zwei Weitsprunggruben.
⢠Sporthalle Dwasieden, mit Handballspielfeldabmessungen sowie vier weitere kleinere Sporthallen.
Im August 2025 war Sassnitz der Gastgeber fĂźr einen Internationalen Segelwettbewerb SailGP.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]cite-ref-45[45] Die Deutschland-Premiere in Sassnitz mit mehr als 10.000 Zuschauern spricht fĂźr die langfristige Zusage der WeiterfĂźhrung 2026 und 2027 vor der KreidekĂźste RĂźgens.cite-ref-46[46]
Rettungsstation der DGzRS
Im ehemaligen Fährhafen betreibt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung SchiffbrĂźchiger (DGzRS) eine Rettungsstation, die mit einem Seenotrettungskreuzer ausgestattet wurde. Wegen der Nähe zur stark befahrenen Kadetrinne hat die DGzRS seit 2003 einen speziellen Kreuzer fĂźr GroĂeinsätze stationiert.
â
Hauptartikel
:
Seenotrettungsstation Sassnitz
Notschlepper-Station
Im Rahmen des Deutschen Notschleppkonzepts ist im Hafen von Sassnitz im Auftrag der WasserstraĂen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ein Bergungsschlepper als Notschlepper stationiert, um die Sicherheit der Schifffahrt in der Ăśstlichen Ostsee zu gewährleisten. Bis 2021 war dies die Fairplay-25 der Arbeitsgemeinschaft KĂźstenschutz. Seit 2021 ist die VB Bremen Fighter von Boluda Deutschland im Einsatz.
PersĂśnlichkeiten
SĂśhne und TĂśchter der Stadt
⢠Arthur von Lindequist (1855â1937), kgl. preuĂ. Generalleutnant, in Wostevitz geboren
⢠Friedrich von Lindequist (1862â1945), Kolonialbeamter, in Wostevitz geboren
⢠GĂźnther Haase (1917â1991), Historiker und Politiker (CDU der DDR)
⢠Gudrun Pontius (1944â1999), Malerin und Grafikerin
⢠Lutz Reinstrom (* 1948), SerienmÜrder
⢠Leif Tennemann (* 1960), HÜrfunkmoderator
⢠JÜrg Kracht (* 1963), Fernschachspieler
⢠Constance Radfan (* 1969), Volleyballspielerin
Mit Sassnitz verbundene PersĂśnlichkeiten
⢠Caspar David Friedrich (1774â1840), lieĂ sich um 1818 von den Kreidefelsen an der SteilkĂźste Jasmunds zu seinem Gemälde Kreidefelsen auf RĂźgen inspirieren.
⢠Theodor Fontane (1819â1898), sammelte in SaĂnitz 1895 Anregungen fĂźr seinen Roman Effi Briest.
⢠Adolph von Hansemann (1826â1903), 1887 bis 1896 modernisierte er die Stadt Sassnitz auf eigene Kosten. Unter anderem lieĂ er den Fischereihafen anlegen und investierte in die Modernisierung der Kreidewirtschaft.
⢠Johannes Brahms (1833â1897), weilte 1876 fĂźr längere Zeit in Sassnitz, komponierte hier den letzten Satz seiner 1. Sinfonie.
⢠Hugo Hermes (1837â1915), Politiker (DFP), lebte in SaĂnitz.
⢠Auguste Victoria (1858â1921), deutsche Kaiserin, verbrachte 1890 einen längeren Sommerurlaub in der Villa âMarthaâ direkt am Steilufer Ăźber dem Kurplatz.
⢠Rudolf Mainzer (1882â1977), Politiker (SPD), lebte in SaĂnitz
⢠Friedrich Rohde (1895â1970), verantwortlicher Mitarbeiter im Fischfangkombinat SaĂnitz
⢠Dr. Wolfgang Rudolph (1923â2014), war erster Sassnitzer Stadtarchivar, Volkskundler und Schriftsteller
⢠Helmut Senf (1933â2025), Metallgestalter und Maler, lebte und arbeitete seit 1994 in Sassnitz
⢠Holger Teschke (* 1958), Schriftsteller und Regisseur, wuchs in SaĂnitz auf.
⢠Steffi Nerius (* 1972), Speerwerferin, erwarb bei der SG Empor SaĂnitz bis 1986 ihre leichtathletischen Grundlagen.
Sagen
Die GermanengĂśttin Hertha, auch Erdmutter Nerthus genannt, soll im Nationalpark Jasmund in der nach ihr benannten Herthaburg gelebt haben. Tatsächlich gehĂśrten einige Erdwälle zu einer ehemaligen slawischen Fluchtburg. Angeblich fuhr die GĂśttin Hertha einmal im Jahr an den Herthasee, um darin zu baden. Sterblichen war der Anblick der badenden GĂśttin verwehrt. Deshalb wurden alle Diener und Sklaven, die ihr beim Bade behilflich waren, anschlieĂend im See ertränkt. Theodor Fontane hat diese Legende in seinem Roman Effi Briest aufgegriffen.
Auch der KĂśnigsstuhl hat seinen Namen aus einer Begebenheit der sagenhaften Vergangenheit. Derjenige wurde KĂśnig, der von der Seeseite her die Klippen erklimmen konnte.
Eine weitere Sage berichtet, dass der berĂźhmte Freibeuter Klaus StĂśrtebeker 1340 auf dem Gut Ruschvitz auf Jasmund geboren wurde. Die Piratenschlucht in Sassnitz unweit der Altstadt soll einer der zahlreichen Schlupfwinkel von StĂśrtebeker und seinen VitalienbrĂźdern in der Ostsee gewesen sein. Seit 1993 finden in den Sommermonaten auf der FreilichtbĂźhne in Ralswiek die StĂśrtebeker-Festspiele statt.
Literatur
⢠Aegir: Sassnitz 100 Jahre Badeort. Eine Gedenkschrift und Chronik. 1924.
⢠Frank Biederstaedt: SaĂnitz wird daher niemals ein bedeutendes Seebad. Die Geschichte der Seebäder Crampas und Sassnitz. Edition Pommern, Elmenhorst 2009, ISBN 978-3-939680-05-5.
⢠Frank Biederstaedt: â⌠und wenn er vernichtet ist, so ist das Land verdorben.â Die wechselvolle Geschichte der Stubnitz auf RĂźgen. Elmenhorst 2011, ISBN 978-3-939680-10-9.
⢠Wulf Krentzien: Die Sassnitzer Häfen und ihr Fährverkehr. Erfurt 2006, ISBN 3-86680-016-9.
⢠Stadtarchiv Sassnitz (Hrsg.) und Frank Biederstaedt: Sassnitzer Ansichten â Sassnitzer Alltag: Aus der Fotosammlung des Stadtarchivs Sassnitz. Edition Pommern, Elmenhorst/Vorpommern 2019, ISBN 978-3-939680-54-3.
⢠Willi Ritter: Eine Heimat fĂźr JĂśrg â Sassnitzer Erzählungen. Edition Pommern, Elmenhorst/Vorpommern 2020, ISBN 978-3-939680-61-1.
⢠Wolfgang Klietz: Mukran â Honeckers Superhafen. Gespräche Ăźber einen Seeweg im Kalten Krieg. Edition Pommern, Elmenhorst/Vorpommern 2020, ISBN 978-3-939680-58-1.
⢠Wolfgang Klietz: Geheime Transporte ßber die Ostsee. Von Atomwaffen, Geheimdiensten und Bausoldaten im Kalten Krieg Edition Pommern, Stralsund 2023, ISBN 978-3-939680-75-8.
Weblinks
Commons
: Sassnitz
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews: Sassnitz
â in den Nachrichten
Wikivoyage: Sassnitz
â ReisefĂźhrer
⢠Literatur ßber Sassnitz in der Landesbibliographie MV
⢠Literatur von und ßber Sassnitz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Website der Stadt Sassnitz
⢠Video SailGP Championship - Sassnitz Sept. 2025. In: Webseite sailgp.com. 29. September 2025; abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-mv-11. Statistisches Amt M-V â BevĂślkerungsstand der Kreise und Gemeinden 2024 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
cite-note-22. â Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive) â zentralĂśrtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren; abgerufen am 12. Juli 2015.
cite-note-hauptsatzung-1-33. â Hauptsatzung der Stadt Sassnitz, § 1 (PDF)
cite-note-44. â Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten auf RĂźgen. MĂźnchen 2003, S. 84.
cite-note-55. â Theodor Fontane: Effi Briest. Anhang zur Entstehung. dtv, 1995, ISBN 3-423-02366-X, S. 355 zu S. 104 und S. 280.
cite-note-66. â Die neue Postdampferlinie SaĂnitz â Trelleborg. In: Archiv fĂźr Post und Telegraphie (APT), 1897, 25. Jahrgang, Nr. 10, S. 301; Textarchiv â Internet Archive.
cite-note-77. â Die kaputte Sassnitzer Promenade. In: Ostsee-Zeitung, 3. Februar 2024.
cite-note-meyers-88. â SaĂnitz. In: Meyers GroĂes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 17: RioâSchĂśnebeck. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 622 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-99. â HĂślle auf 18 Quadratmetern. In: Ostseezeitung RĂźgen, 3. Februar 2006.
cite-note-a-z-1010. â Heinz Lehmann, Renate Meyer: RĂźgen A-Z. Wähmann-Verlag, Schwerin 1977, S. 75.
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cite-note-4343. â SailGP - Formel I zur See
cite-note-4444. â SailGP kommt nach Sassnitz
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